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Warum Fotos gut für das Selbstbewusstsein von Kindern sind

“Mama, bitte Foto!”

Das rufen meine beiden Kinder, 2 1/2 Jahre alt, mehrmals am Tag. Sobald sie etwas besonderes machen, wie z.B. auf Papas Schultern stehen, wollen sie, dass ich ein Foto davon mache. Ich zücke also mein iPhone, und kaum ist das Foto geschossen, wird es mit viel Freude und auch Stolz in meinem Telefon angeguckt. Genauso wie alle vorherigen Fotos von ihnen, von Mama und Papa, von Oma und allen anderen Menschen, die in ihrem Leben eine Rolle spielen. Sind die Beiden einfach nur genauso fotoverrückt wie ihre Mutter? Oder steckt vielleicht mehr hinter ihrer Begeisterung für Fotos? Ich habe mal recherchiert, und eine sehr interessante wissenschaftliche Studie gefunden.

Basteln am Selbstbewusstsein

Eine Studie mit dem Titel “Photographic enhancement of children’s self-esteem” (von Mary S. Ammerman und Jerry L. Fryrear) hat schon im Jahr 1975 aufgedeckt, dass die Beschäftigung mit Fotos von sich selbst einen positiven Effekt auf das Selbstbewusstsein von Kindern hat. Vor Beginn der Studie wurde das Selbstbewusstsein von Schülern der 4. Klasse mithilfe eines Fragebogens von den Schülern selbst und von ihren Lehrern bewertet. Die Schüler mit einem unterdurchschnittlich ausgeprägten Selbstbewusstsein wurden in die Studie aufgenommen und haben sich im Rahmen eines 5-wöchigen Programms mit ihren eigenen Fotos beschäftigt. Sie haben Fotos von sich selbst mit einer Polaroidkamera gemacht, und einmal pro Woche ein Scrapbook aus diesen Fotos angefertigt. Nach 5 Wochen haben die Lehrer das Selbstbewusstsein der Schüler anhand ihres Verhaltens erneut bewertet – und eine Verbesserung des selbstbewussten Verhaltens der Schüler um 37% festgestellt! Ein beeindruckendes Ergebnis nach so kurzer Zeit, oder? Sicherlich hat diese Studie – wie fast alle Studien – methodische Schwächen, aber trotzdem klingt das Ergebnis für mich total plausibel. Ich glaube, dass Fotos Kindern gut tun.

Kinderfotos – psychologisch interpretiert

Die meisten Kinder, die ich kenne, sind stolz, wenn sie fotografiert werden. Denn fotografiert zu werden bedeutet: Du bist mir wichtig, von Dir möchte ich ein Foto haben, Du bist schön, das möchte ich gerne festhalten… warum sollte man auch sonst ein Foto machen? Ich glaube, alleine diese Botschaft zu vermitteln, ist für Kinder Gold wert.

Dann fotografiere ich, wie die meisten Eltern, besonders gerne die glücklichen Momenten meiner Kinder, wie z.B.: mein Sohn springt auf dem Trampolin und freut sich, wie gut er das kann. Dieses Foto ist bei ihm total beliebt, und jedes Mal, wenn er es anguckt, kommt der Stolz über sein eigenes Können und das damit verbundene gute Gefühl zurück. Jeder würde bestätigen, dass Erfolge Kindern gut tun… aber warum diese Erfolge mithilfe von Fotos nicht mehrfach auskosten? Das kann meiner Meinung nach nur gut fürs Selbstbewusstsein und ein positives Selbstbild sein.

Die klassischen Familienfotos sind bei uns am seltensten vertreten. Denn irgendjemand muss das Foto ja machen, bei uns natürlich die Mama… und die fehlt dann leider auf jedem Bild. Dabei haben Fotos, auf denen die komplette Familie zu sehen ist, für Kinder so eine große Bedeutung! Sie zeigen dem Kind seine Herkunft, vermitteln Zugehörigkeit und geben dem Kind dadurch Sicherheit. Die Sicherheit, dass es sich in der Mitte von Menschen befindet, die dafür sorgen, dass es ihm gut geht. Ist das nicht schön, das durch ein Familienportrait auszudrücken und dieses Wissen seinem Kind mit auf den Weg zu geben? Das macht Kinder stark.

Ich finde also, dass alle drei Arten von Fotos ganz wichtig für Kinder sind: sowohl die Fotos von ihnen selbst, so wie sie in der Studie verwendet wurden. Dann die alltäglichen Schnappschüsse, die schöne Momente und Erfolge für die Kinder festhalten. Und dann klassische Familienfotos, auf denen alle die, die zusammengehören, in einem Bild als Einheit zu sehen sind.

Übrigens werden Fotos auch in der Psychotherapie eingesetzt. Nach dem Motto “Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte” können über Fotos Erinnerungen, Assoziationen und Gefühle hervorgerufen und zwischen Patient und Therapeut anders thematisiert werden, als über Worte allein. Somit erleichtern persönliche Fotos von Patienten die Kommunikation mit ihrem Therapeuten und können für ein vertieftes Verständnis sorgen.

Kinderfotos im echten Leben

Aber was macht man nun mit den Fotos, die man für seine Kinder selbst fotografiert hat oder hat fotografieren lassen? Leider, leider schlummern sie viel zu oft in irgendwelchen Ordnern auf dem elterlichen Computer. Das ist so schade, wenn man daran denkt, welche positive Wirkung sie auf Kinder ausüben können… Ich finde, Kinder müssen ihre Fotos unbedingt selbstbestimmt betrachten können, ohne vorher nach Mamas Handy zu fragen.

Damit sie nicht in Vergessenheit geraten und wirklich zum täglichen Leben gehören, bietet sich zum einen das Bild an der Wand an. Gut finde ich auch aufgehängte Familienfotos im Kinderzimmer – so können sich Kinder vor dem Einschlafen und nach dem Aufwachen noch mal versichern, dass liebe Menschen zu ihnen gehören.

Zum anderen finde ich extra Fotoalben für Kinder total gut. Häufig ist es ja so, dass man mit schlechtem Gewissen und jahrelanger Verzögerung dann doch ein Fotoalbum anfängt oder gar fertig macht… und dieses Album in den Schrank stellt und dort für die Nachwelt aufbewahrt – in ständiger Angst, es könnte Schokofingern oder umgekippter Apfelschorle zum Opfer fallen. Kenne ich sehr gut. Nervt irgendwie. Deswegen mache ich bald kleine, robuste, günstige Alben für meine Kinder. Für jeden eins, für den täglichen Gebrauch. Und ein edles, teures Album für uns Eltern, zum Aufbewahren im Schrank. Dann können meine Kinder ihre Fotos stolz ihren Freunden zeigen und ihr Album überall mit hin nehmen, auch an Orte mit Heimwehgefahr, um sich damit zu trösten.

Auch wenn unsere Fotoalben leider noch nicht fertig ist, so gibt es immerhin (veraltete…) Familienfotos an einer Wand hinter unserem Esstisch… und obwohl die Fotos ca. 2 Jahre alt sind und auch schon seit dem dort hängen: Mindestens einmal pro Tag will eines meiner Kinder auf den Arm und mit mir gemeinsam Babyfotos angucken – das zeigt mir, dass es nicht nur graue Theorie ist, dass Fotos Kindern viel bedeuten.

Wenn ich Euch mit Euren Familienfotos helfen kann, meldet Euch bei mir!

 

Quellen und Inspiration: Mary S. Ammerman and Jerry L. Fryrear (1975): “Photographic enhancement of children’s self-esteem”, Psychology in the Schools, Volume 12, Issue 3, pages 319–325 – http://phototherapy-centre.com/ – http://www.glowimagery.com/family-photo-benefits-childrens-self-esteem/